Hufeisenfistel: Symptome, Diagnose und moderne chirurgische Behandlungsmöglichkeiten | DR. Hakan Bayri | Allgemeine Chirurgie und Proktologie

Horseshoe Fistula: Symptoms, Diagnosis, and Modern Surgical Treatment

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    Hufeisenfistel: Symptome, Diagnose und moderne chirurgische Behandlungsmöglichkeiten

    BLOG 16.01.2026

    Die Hufeisenfistel ist eine komplexe Form der Analfistel und kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Typische Beschwerden umfassen Sekretion, wiederkehrende Infektionen, Beschwerden beim Sitzen sowie Verschmutzung der Unterwäsche. Die Erkrankung verläuft häufig chronisch und neigt zu Rezidiven, kann jedoch mit modernen chirurgischen Verfahren erfolgreich behandelt werden. In diesem Beitrag werden Ursachen, Diagnoseverfahren, Therapieoptionen sowie der postoperative Verlauf ausführlich erklärt.

     


     

     

    Was ist eine Hufeisenfistel?

     

     

    Als Hufeisenfistel bezeichnet man einen Fistelgang, der posterior vom Analkanal ausgeht und sich seitlich zu beiden Seiten ausbreitet, sodass ein hufeisenförmiger Verlauf entsteht. Im Vergleich zu Standardfisteln gelten Hufeisenfisteln als schwieriger zu therapieren, da sie komplexer aufgebaut sind und häufiger rezidivieren.

     


     

     

    Ursachen und Entstehung

     

     

    In den meisten Fällen entsteht eine Hufeisenfistel auf Basis einer kryptoglandulären Infektion. Durch die Blockade einer Analdrüse bildet sich zunächst ein Abszess, der sich entzünden kann. Wird der Abszess nicht ausreichend drainiert, entsteht im Verlauf ein chronischer Fistelgang. In manchen Fällen weisen wiederkehrende Abszesse bereits früh auf eine mögliche Fistelbildung hin. Selten können entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn zur Fistelbildung beitragen.

     


     

     

    Wer ist betroffen?

     

     

    Hufeisenfisteln treten sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf, sind jedoch bei jüngeren und mittelalten Männern etwas häufiger. Faktoren wie sitzende Tätigkeiten, chronische Obstipation oder Hygieneprobleme können Beschwerden verstärken.

     


     

     

    Symptome und Beschwerden

     

     

    Zu den häufigsten Symptomen gehören:

     

    • Sekretion: anhaltende Feuchtigkeit, Geruch oder Verschmutzung

    • Schmerz: besonders ausgeprägt während Abszessphasen

    • Wiederkehrende Infektion: rezidivierende Abszessbildung

    • Sitzbeschwerden: Einschränkung im Alltag

    • Irritation und Juckreiz: infolge chronischer Feuchtigkeit

    • Hygieneprobleme: häufige Reinigung und Verbandwechsel

     

     

    Diese Symptome können sozial belastend sein und den Alltag der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.

     


     

     

    Diagnose und Befunderhebung

     

     

    Eine präzise Diagnose ist entscheidend für eine erfolgreiche Therapieplanung. Dabei ist es wichtig, den Verlauf des Fistelgangs, mögliche Nebenkanäle sowie die Beziehung zum Schließmuskelsystem zu klären.

     

    Wichtige diagnostische Maßnahmen:

     

    1. Klinische Untersuchung: erster Schritt der Beurteilung.

    2. Endoanaler Ultraschall: liefert Informationen über die Beziehung zum Schließmuskel.

    3. MRT: gilt als wertvollstes Verfahren zur Darstellung von Hufeisenfisteln; zeigt Ausdehnung, Abszessräume und Nebenkanäle.

    4. Beobachtung der Sekretion: kann Hinweise auf Funktion und Aktivität des Fistelgangs geben.

     

     

    Besonders die MRT-Untersuchung spielt für die operative Planung eine entscheidende Rolle.

     


     

     

    Therapieziele

     

     

    Die Behandlung verfolgt mehrere wichtige Ziele:

     

    • Kontrolle der Infektion

    • Sicherstellung ausreichender Drainage

    • Erhalt der Schließmuskelfunktion

    • Minimierung der Rezidivrate

    • Verbesserung der Lebensqualität

     

     

    Aus diesen Gründen erfolgt die Therapie oft mehrstufig oder kombiniert.

     


     

     

    Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten

     

     

    Die Auswahl des Verfahrens richtet sich nach Anatomie, Voreingriffen, Schließmuskelbeteiligung und Abszessbildung.

     

     

    1. Modifizierte Hanley-Prozedur

     

     

    Die modifizierte Hanley-Prozedur ist eine seit langem bewährte Behandlungsmethode. Über einen posterioren Zugang wird eine effektive Drainage ermöglicht und das Rezidivrisiko reduziert, während die Kontinenzfunktion geschont wird.

     

     

    2. Seton-Therapie

     

     

    Der Seton dient der kontrollierten Drainage und gehört zu den wichtigsten Therapiebausteinen:

     

    • Loose Seton (lockerer Seton): primär zur Infektionskontrolle und Sekretregulation

    • Tight Seton (enger Seton): ermöglicht in ausgewählten Fällen eine langsame Durchtrennung bei Erhalt der Kontinenz

     

     

    Die mehrstufige Vorgehensweise bietet bei komplexen Fisteln Vorteile.

     

     

    3. Lasertherapie (FiLaC)

     

     

    Das FiLaC-Verfahren ist ein minimal-invasiver Ansatz, bei dem der Fistelgang mittels Laserenergie abladiert wird. Schmerzen können milder ausfallen und die Rehabilitation schneller erfolgen. Nicht jede Hufeisenfistel eignet sich für FiLaC; daher ist eine sorgfältige Selektion erforderlich. Die Methode kann allein oder kombiniert mit Seton angewendet werden.

     

     

    4. THD/LIFT oder endoskopische Techniken

     

     

    In komplexen Fällen wird zunehmend auf hybride Therapiestrategien zurückgegriffen, um die Schließmuskelfunktion zu erhalten und die Rezidivrate zu senken.

     


     

     

    Rezidive und Behandlungsergebnisse

     

     

    Aufgrund der komplexen Anatomie und Drainageproblematik weisen Hufeisenfisteln höhere Rezidivraten auf als Standardfisteln. Individuelle Therapieplanung und chirurgische Erfahrung verbessern das Outcome erheblich.

     


     

     

    Postoperative Phase und Genesung

     

     

    Nach dem Eingriff konzentriert sich die postoperative Versorgung auf:

     

    • Schmerztherapie

    • Hygiene

    • Verbandwechsel

    • Ernährung und Vermeidung von Obstipation

    • Rückkehr in den Alltag

     

     

    Wichtige Langzeitziele sind Kontinenzerhalt und Verbesserung der Lebensqualität.

     


     

     

    Wann sollte medizinische Hilfe gesucht werden?

     

     

    Anhaltende Sekretion, wiederkehrende Abszesse, Sitzbeschwerden oder Verschmutzung der Unterwäsche sind Warnsignale und sollten proktologisch abgeklärt werden.

     


     

     

    Behandlungsansatz in der Klinik von Op. Dr. Hakan Bayri

     

     

    Die Therapie erfolgt patientenindividuell. Minimal-invasive und konventionelle Verfahren können kombiniert werden, um Kontinenz und Lebensqualität zu erhalten und Rezidive zu vermeiden.

     

    Adresse: Kızılırmak Mahallesi, Dumlupınar Bulvarı No:9A, YDA Center, 19. Etage, Nr.747, Ankara

    Telefon: +90 537 022 15 42 – +90 547 530 40 40

     


     

     

    Beratung und Terminvereinbarung

     

     

    Für eine proktologische Beurteilung oder zur Besprechung der Therapieoptionen können Termine vereinbart werden.